Städtebau mit Zukunft

Papenburg klimaresilient, barrierefrei und lebenswert gestalten

Papenburg muss sich auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereiten und gleichzeitig eine Stadt für alle Menschen werden. In den vergangenen Jahrzehnten wurden viele Flächen versiegelt. Dadurch heizt sich die Stadt im Sommer stärker auf, Regenwasser kann schlechter versickern und Starkregen belastet Kanalisation und Gewässer. Gleichzeitig fehlen vielerorts schattige Aufenthaltsorte, Grünflächen und barrierefreie Wege.

Wir wollen Papenburg zu einer klimaresilienten, inklusiven und zukunftsfähigen Stadt entwickeln – mit einer Stadtplanung, die Klimaschutz, Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung gemeinsam denkt.

Mehr Grün statt Grau

Bäume sind die natürliche Klimaanlage unserer Stadt. Deshalb wollen wir deutlich mehr Straßenbäume pflanzen, Grünflächen erhalten und neue schaffen. Schattenplätze an Spielplätzen, Bushaltestellen, öffentlichen Plätzen und Schulhöfen sorgen dafür, dass der öffentliche Raum auch an heißen Sommertagen nutzbar bleibt. Wo immer möglich, sollen versiegelte Flächen entsiegelt und naturnah gestaltet werden. Entsiegelung ist eine Aufgabe, die den privaten Vorgarten ebenso betrifft wie Flächen, für die Unternehmen oder die Stadtverwaltung verantwortlich sind. 

Regenwasser speichern statt ableiten

Regenwasser ist eine wertvolle Ressource. Wir setzen uns für moderne Schwammstadt-Konzepte mit dezentralen Wasserspeichern, Versickerungsflächen, Regenrückhaltebecken und natürlichen Wasserflächen ein. So kann Wasser gespeichert, bei Starkregen aufgenommen und in Trockenzeiten genutzt werden. Das schützt die Stadt und verbessert gleichzeitig das Mikroklima.

Dächer als Zukunftsflächen nutzen

Wir wollen mehr Photovoltaikanlagen auf öffentlichen und privaten Gebäuden sowie die Kombination von Solaranlagen und Dachbegrünung fördern. Begrünte Dächer speichern Regenwasser, senken die Temperaturen im Sommer und schaffen Lebensräume für Pflanzen und Insekten.

Nach niederländischem Vorbild sollen Dächer künftig stärker als zusätzlicher Lebensraum genutzt werden – mit Dachgärten, Gemeinschaftsflächen oder dort, wo es sinnvoll ist, auch mit zusätzlichem Wohnraum. So schaffen wir mehr Wohnraum, ohne neue Flächen zu versiegeln.

Eine Stadt ohne Barrieren

Papenburg soll für alle Menschen gut erreichbar und nutzbar sein – unabhängig von Alter oder körperlichen Einschränkungen. Deshalb wollen wir Barrierefreiheit bei allen öffentlichen Bauvorhaben konsequent mitdenken. Gehwege, Bushaltestellen, Plätze, öffentliche Gebäude und Freizeiteinrichtungen sollen Schritt für Schritt barrierefrei gestaltet werden. Eine inklusive Stadt ist eine lebenswerte Stadt.

Öffentliche Räume für Menschen

Unsere Plätze sollen stärker zu Orten der Begegnung werden. Wir möchten mehr Aufenthaltsqualität schaffen – mit Sitzgelegenheiten, Wasser, Schatten, Spiel- und Bewegungsangeboten sowie Raum für Kultur und Veranstaltungen. Gerade Kinder, Jugendliche und Familien brauchen öffentliche Räume, die zum Verweilen und Mitmachen einladen.

Den Hauptkanal neu erleben

Der Hauptkanal ist das Herz Papenburgs. Wir wollen ihn wieder stärker den Menschen zurückgeben. Deshalb setzen wir uns langfristig für einen autofreien Hauptkanal ein. Mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende, Außengastronomie, Veranstaltungen und Grünflächen schafft eine lebendige Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität und stärkt zugleich den Einzelhandel und die Gastronomie.

Mehr Sicherheit durch Tempo 30

Im Stadtkern wollen wir Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit einführen. Langsamerer Verkehr erhöht die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende, reduziert Lärm und verbessert die Aufenthaltsqualität. Gerade in einer Innenstadt mit vielen Geschäften, Gastronomie und öffentlichen Einrichtungen profitieren alle von einem ruhigeren und sichereren Verkehrsraum.

Mobilität mit Mehrwert

Wir wollen den öffentlichen Raum gerechter verteilen und den Radverkehr konsequent fördern. Neue Radwege sollen strategisch geplant werden und sichere, direkte Verbindungen zwischen Wohngebieten, Schulen, Arbeitsplätzen, Freizeiteinrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten schaffen. Gemeinsam mit einem besseren Fußwegenetz sowie Bike- und Carsharing-Angeboten entsteht eine moderne Mobilität, die den Menschen echte Alternativen zum Auto bietet.

Unsere Vision

Wir wollen ein Papenburg, das den Klimawandel als Chance begreift und mutig gestaltet: mit mehr Bäumen, Wasserspeichern und Grünflächen, begrünten Dächern mit Photovoltaik, innovativen Bauprojekten nach niederländischem Vorbild, einer barrierefreien Innenstadt, Tempo 30 im Stadtkern und einem Hauptkanal, der wieder den Menschen gehört. So entsteht eine lebenswerte, klimafeste und zukunftssichere Stadt für alle Generationen.